Historie-

 
 
 

die 50er Jahre|Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

1950 wird dann mit einfachsten Mitteln die Fassade neu gestaltet, um dem Haus ein modernes Gesicht zu geben.

Ein Jahr später erhält auch die Front in der Twiete Schaufenster und Schaukästen. Gleichzeitig kann die Firma 1951 auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken.

Das Jubiläumsjahr fällt mit der Vorstellung einer medizinischen Weltneuheit zusammen:
Mit der Herz-Lungen-Maschine operiert der amerikanische Arzt Clarence Dennis erstmals eine sechsjährige Patientin am blutleeren Herzen.

Wegen der Nacktszenen von Hildegard Knef löst der Spielfilm „Die Sünderin“ von Willi Forst in Deutschland einen Skandal aus.

Auf dem Berliner Flughafen Tempelhof wird ein „Denkmal für die Opfer der Berliner Luftbrücke“ enthüllt und in den USA veröffentlicht Jerome D. Salinger seinen weltberühmten Roman „Der Fänger im Roggen“. Zwei Jahre zuvor war das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet und Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler der neuen Republik gewählt worden.

50 Mitarbeiter und Modenschauen in Hensens Garten
Bei C. J. Schmidt arbeiten im Jubiläumsjahr 50 Mitarbeiter. Das Wort „Werbung“ wird großgeschrieben.

Immer wieder gibt es Modenschauen, sogar Kinder-Modenschauen, die meisten übrigens in Hensens Garten, dem Husumer Veranstaltungshaus der 50er Jahre.

1953 schicken sich Senior- und Juniorchef zu einem weiteren grundlegenden Umbau an, in dessen Gefolge die Trennwände innerhalb der drei Geschäftshäuser entfernt und eine einheitliche Verkaufsfläche geschaffen wird. Ein gewaltiger Fortschritt, der auch der Werbung und Dekoration innerhalb des Hauses ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

1955 werden die Hinterhäuser abgerissen, moderne Büroräume gebaut und der rechte Teil des Hauses, in dem sich der separate „Hosenladen“ befindet, mit dem übrigen Geschäft vereint.

Mit wenig Aufwand gestaltet der damalige Chefdekorateur Hans Jensen die neu hinzugewonnenen Schaufensterfronten. Jensen arbeitete übrigens mehr als ein halbes Jahrhundert für C. J. Schmidt.

Warmes Bier und kühler Kopf
Dem Senior wird das Aufbautempo indes zeitweilig zu ungestüm. Er würde lieber einmal eine Pause einlegen, doch der Junior bleibt am Ball und forciert das Tempo sogar noch. Am besten lassen sich die Weichen beim „Dämmerschoppen“ stellen, den der Senior so sehr liebt. Hier werden die Pläne des Juniors besprochen und nach ein paar Gläschen Köm und Bier (beide übrigens ungekühlt!) meistens auch bewilligt.

Der Vater vertraut seinem Sohn. Die Zusammenarbeit ist harmonisch, was auch in einer Kaufmannsfamilie nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Die Stadt erlebte in diesen Jahren ebenfalls einen rasanten Aufschwung. Mit der Übernahme des Hafens durch das Land Schleswig-Holstein gewinnt dieser als Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte zunehmend an Bedeutung.

In dieses Jahrzehnt fällt auch die große 350-Jahr-Feier der Stadt Husum, die mit dem Sängertag des Schleswig-Holsteinischen Sängerbundes verbunden wird.

Da der damalige Organisationsleiter Husum aus beruflichen Gründen verlassen musste, sprang kurzfristig Peter Cohrs, der Juniorchef, ein und übernahm die Organisation.
Dank tatkräftiger Unterstützung durch eigene Mitarbeiter und zahlreiche Kollegen in der Kaufmannschaft soll auch dieses Fest ein voller Erfolg werden. Mit Beethovens „Ode an die Freude“ lassen 10 000 Sänger das Stadtfest ausklingen. Ältere Husumerinnen und Husumer werden sich gern daran erinnern.

Eigentlich hatte Cohrs zu dieser Zeit heiraten wollen – aber daran war nun allerdings nicht zu denken. Die ursprünglich vorgesehene Hochzeitsreise musste zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Aus der Ehe mit Karin Cohrs gingen zwei Kinder, Tochter Astrid (1954) und Sohn – schon wieder ein - Peter (1961), hervor.

Es war ein Glücksfall für die Firma, dass die damalige Chefin gleich, nachdem die Kinder „aus dem Gröbsten heraus waren“, die Verantwortung für den Einkauf sowie die Leitung der Damenkonfektion, der größten Abteilung des Hauses, übernahm.

Im Laufe der Jahre sollte sie diese zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten DOB-Abteilungen im Lande ausbauen.

Auch kommunalpolitisch tut sich in diesen Jahren einiges: 1955/56 entsteht auf Rödemishallig der Fischereihafen, und am 1. August 1956 wird Husum wieder Garnisonsstadt. Das II. Luftwaffenausbildungsregiment nimmt den Dienstbetrieb auf. Auf dem NATO-Flugplatz Schwesing wird 1959 das Jagdbombergeschwader 35 in Dienst gestellt, das später den Namen JaboG 41 tragen soll. Durch die Bundeswehr wird das örtliche Baugewerbe angekurbelt. Neue Wohnungen und Kasernenkomplexe entstehen. Aber vor allem bringen die Soldaten Kaufkraft in die Region.

Barrierefreier Einkauf
All dies dürfte sich sicherlich auch positiv auf die Entwicklung des Hauses C. J. Schmidt ausgewirkt haben. 1959 wird das Haus jedenfalls schon wieder erweitert. Doch weil weiterer Grund nicht zur Verfügung steht, beschließt Familie Cohrs, das Geschäft mit einer zusätzlichen Etage zu versehen. Hierfür muss eigens ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Der Giebel verschwindet. An seine Stelle tritt die damals übliche Kaufhausarchitektur. Über dem Eingang wird – dem Zeitgeist entsprechend – ein gewaltiges Vordach gebaut. Holzbeläge werden durch Betonfußböden ersetzt. Trotzdem ging der Verkauf weiter.

Ein Problem lässt Cohrs damals keine Ruhe. Das Fußbodenniveau der Verkaufsräume liegt wie in Husum allgemein üblich etwa 50 Zentimeter über dem Bürgersteig (wir erinnern uns an die Überschwemmungen im Hafengebiet). Die neue Verkaufsatmosphäre verlangt jedoch ebenerdige Ladeneingänge. Dies wird möglich durch eine bauliche Meisterleistung der Firma Paul I. Peters und des Architekten Kurt Kabelitz. Beide gehen zwar mit beträchtlichen Vorbehalten ans Werk, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mithilfe von 60 „Sandköpfen“ gelingt es, den Fußboden 50 Zentimeter tiefer zu legen. Mit solchen Sandköpfen wurden bereits im Altertum große Bauvorhaben ausgeführt. Im 85. Jahr seines Bestehens können Kunden endlich ins Innere von C. J. Schmidt gelangen, ohne vorher Treppen steigen zu müssen. Eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Unternehmens, wie sich schon bald herausstellen soll.

 

 

zurück zur Übersicht

Damen-Eleganter Chic
 
 
Aktuelles bei CJ Schmidt-Alle Events auf einen Blick
 
 
Höchstpersönlich-Service aus Leidenschaft
 
Willkommen-Anfahrt und Öffnungszeiten
 
Herren-Praktischer Stil
 
Casablanca-Junge stilvolle Mode
 
CJ-Schmidt bei Facebook